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Verpatzte WM-Generalprobe beim Team-Weltcup der Junioren in Plauen

Carsten Kopp (rot) setzte auf Angriff.

Carsten Kopps Leistung stimmte - das Ergebnis nicht

Der Vergleich mit den sieben besten Nationalteams der Welt fiel ernüchternd aus. Nur sechs der insgesamt 32 Einzelkämpfe konnte der DRB-Nachwuchs für sich entscheiden. Am Ende kam das deutsche Team über den achten und letzten Platz nicht hinaus. In einem hochklassigen und spannenden Finale gegen die Mannschaft aus Aserbaidschan gewann Russland hauchdünn die Weltcup-Premiere.

 

Mit Carsten Kopp (74 kg) wurde auch ein Athlet des KSV Schriesheim in das deutsche Nationalteam berufen. Fazit nach den zwei Kämpfen: Die Leistung stimmte - das Ergebnis nicht. Im ersten Kampf übernahm Kopp mit dem Pfiff des Mattenleiters die Initiative und zwang Mohammadhossein Mohammandian (Iran) bereits in den ersten Sekunden in die Bodenlage. In Führung liegend, agierte er im weiteren Verlauf jedoch zu angriffslustig, rutschte nach einem riskanten Kopfhüftschwung in der anschließenden Bodenlage ab und musste, nachdem die iranische Delegation einen Videobeweis anforderte, den zweifelhaften Ausgleich hinnehmen. Die Runde ging schließlich verloren. Doch auch  danach wusste Kopp vor allem ringerisch zu überzeugen und sicherte sich mit der letzten Wertung verdient die nächste Runde, sodass die Entscheidung im dritten Kampfabschnitt fallen musste. Im einer äußerst spannenden Runde, in der sich beide Athleten nichts schenkten, war es erneut Carsten Kopp, der in Führung ging. Am Ende gelang jedoch dem Iraner die letzte Wertung zum 1:1 Ausgleich und aufgrund dessen der 2:1 Rundensieg.

Verkehrte Ergebniswelt auch im Kampf gegen Daisuke Shimada (Japan), den er im ersten Kampfabschnitt nach Belieben beherrschte und diesen nach spektakulären Aktionen vorzeitig mit 7:0 Punkten wegen technischer Überlegenheit vorzeitig beendete. Die zweite Runde begann mit der neuerlichen Führung von Kopp, der den Japaner mit einem schnellen Schlüpfer in die Bodenlage zwang, sich aber in der Folge völlig unnötig im Bodenkampf aufrieb und Shimada somit die Möglichkeit zum Konterangriff gab, den dieser clever zum Rundenausgleich nutzte. In der dritten und entscheidenden Runde ließ sich der KSV-Ringer trotz optischer Überlegenheit von der Matte drängen und bescherte somit seinem Kontrahenten die Führung. Trotz Vorwärtsdrang fand Kopp im weiteren Verlauf keine Mittel mehr, dem Kampf die entscheidende Wende zu geben und unterlag in 1:2 Runden, obwohl er deutlich mehr technische Punkte erkämpfen konnte als sein Gegner.  "Hier war die absolute Weltspitze am Start, da wird auch noch der kleinste Fehler bitter bestraft. Vor allem im taktischen Bereich muss ich noch zulegen", räumte der Schriesheimer Ringer, dem in beiden Matten-Duellen sein offensiver Kampfstil zum Verhängnis wurde, selbstkritisch ein.

Rund zwei Monate vor den Junioren-Weltmeisterschaften sieht Bundestrainer Jürgen Scheibe nach der verpatzten WM-Generalprobe der DRB-Junioren jedoch keinen Grund zur Panik: "Beide Kämpfe können auch zugunsten von Carsten ausgehen, und dann könnte er bereits im WM-Halbfinale stehen." ako