Dramtischer Spitzenkampf endet erneut mit einem Remis

 

 

 

04.11.2018 | Ringen

 

Was für ein Kampfabend gestern in der KSV-Halle. Beim Heimkampf gegen unseren direkten Verfolger, den ASV Schorndorf, war Spannung und Dramatik pur angesagt. Ein Leckerbissen für alle ringsportbegeisterten Fans deutete sich schon auf der Waage an. Beide Mannschaften konnten aus dem Vollen schöpfen und brachten ihr jeweils stärkstes Aufgebot auf die Matte. Und die Sportler beider Mannschaften lieferten sich viele packende Duelle auf Augenhöhe an deren Ende ein leistungsgerechtes 14:14 Unentschieden stand. Dass ein solches Ergebnis nach dem Halbzeitstand von 1:12 noch möglich war hätte sich wohl niemand in der Halle träumen lassen, hatte Schorndorf doch nach der Pause noch das ein oder andere Ass im Aufgebot. Nichts zu holen gab es dieses mal für unsere beiden Youngster Deniz Güvener (57 kg Greco) und Marvin Rossi (61 kg Freistil). Trotz aller Gegenwehr stand Deniz gegen den Deutschen Vizemeister, Alexander Ginc, ebenso auf verlorenem Posten wie Marvin gegen den erfahrenen Spitzenringer Marin Filip. Auch René Jünger (98 kg Greco) musste in einem verbissen geführten Kampf gegen Ilja Klassner eine knappe 0:3 Niederlage. Unverständlich in diesem Kampf, dass nur gegen René eine Passivitätsverwarnung ausgesprochen wurde obwohl sein Gegner in den letzten 4 Kampfminuten sich überwiegend auf die Verwaltung seines knappen Vorsprunges konzentrierte. Eine fällige Verwarnung mit entsprechender Punktgutschrift hätte nur eine Niederlage mit 1 anstatt 2 Mannschaftspunkten bedeutet. In der Klasse bis 66 kg Greco traf Ceyhun Zaidov auf Ivan Huzau, einen weiteren Klassemann in Reihen des ASV Schorndorf, dem er schon im Hinkampf unterlegen war. Es entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe den der Schorndorfer durch das punkten in der Oberlage für sich entscheiden konnte. Mit Michael Mannea wartete in der Klasse 130 kg Freistil auch kein Unbekannter auf Dzhambulat Ustaev. Bereits im Hinkampf trafen diese beiden im 98-kg-Limit aufeinander, wobei „Dzhambo“ eine knappe Niederlage kassierte. Dass er dafür gerne Revanche nehmen würde machte er bereits im Vorfeld dieser Begegnung deutlich. Trotz eines frühen 0:4-Rückstandes merkte man ihm an, dass er unbedingt gewinnen wollte. Und je länger der Kampf dauerte, umso mehr konnte er den Kampf bestimmen. Unter lautstarken „Dzhambo, Dzhambo“-Rufen konnte er den bis dato ungeschlagenen Mannea mit 5:4 besiegen und damit den einzigen Mannschaftspunkt vor der Pause für den KSV verbuchen. Bei dem genannten Zwischenergebnis von 1:12 machte sich in der Halbzeitpause doch Ernüchterung in Reihen der Zuschauer und Verantwortlichen breit. Unzufrieden ob der gezeigten Leistungen war zwar niemand aber auf mehr als Schadensbegrenzung hätte wohl niemand mehr getippt. Doch einen blendenden Start in die 2. Kampfhälfte bescherte dem KSV Rahmatullah Moradi in der Klasse bis 86 kg im freien Stil. Sein Gegner, Abdullah Adigüzel, war im Vorfeld schwer einzuschätzen. Es entwickelte sich auch hier ein zwar hart umkämpftes Match in dem aber Rahmatullah jederzeit der bestimmende Akteur auf der Matte war. So konnte er Punkt für Punkt erkämpfen und kurz vor Kampfende mit einem umjubelten Überlegenheitssieg weitere 4 Mannschaftspunkte verbuchen. Danach kam es wohl zum Schlüsselkampf der 2. Halbzeit. Ionel Puscasu in einem packenden Kampf gegen den DRB-Kaderringer Karan Mosebach, dem er bereits im Hinkampf unterlegen war. Doch Ionel wollte in diesem Kampf vor „seinem“ Publikum unbedingt einen Sieg für seine Mannschaft. Mit 2 spektakulären Aktionen, für die der Mattenleiter unverständlicherweise jeweils nur 2 Wertungspunkte vergab, gelang ihm das auch. Mit 4:3 Wertungspunkten ging dieser Schlüsselkampf mit 1 Mannschaftspunkt an den KSV. Durch diesen Sieg hatte man Hoffnung in Reihen des KSV, das „doch noch was geht“. Und wie noch was gehen sollte. Zum 1. Mal in dieser Saison durfte anschließend Shamil Ustaev in der Klasse bis 71 kg Freistil in seiner angestammten Stilart vor heimischem Publikum auf die Matte. Shamil brannte sofort ein Feuerwerk an Aktionen ab und ließ seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Nach etwas mehr als einer Minute Kampfzeit feierte er unter frenetischen Anfeuerungsrufen einen Sieg durch technische Überlegenheit. Hierdurch war der KSV vor den beiden abschließenden Begegnungen auf 10:12 herangekommen. Die Spannung für Sportler und Zuschauer wuchs immer mehr. Die beiden letzten Begegnungen sollten die Entscheidung bringen. Im vorletzten Kampf musste Jan Steffan wieder ins Limit bis 75 kg Greco aufrücken. Gegen Toni Jilke entwickelte sich auch hier ein ausgeglichener Kampf, in dem Jan trotz seines Gewichtsnachteils immer der aktivere war. Trotzdem musste er am Ende eine 3:9 Punktniederlage quittieren, die dem ASV Schorndorf 2 weitere Mannschaftspunkte bescherte. Nun lagen im letzten Kampf die Hoffnungen auf eine Punkteteilung auf Dawid Wolny. Unser Punktegarant traf in der Klasse bis 75 kg Freistil auf Achmed Shenol. Und Dawid wurde den Hoffnungen wieder einmal gerecht. Mit seinen immer wieder blitzschnell vorgetragenen Angriffen hatte er sich nach knapp 2 Minuten einen 10:0 Punktevorsprung erkämpft. Bei diesem Stand warf der Schorndorfer Trainer das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe, da sich Shenol bei einer vorangegangenen Aktion verletzt hatte. Dieser Sieg spülte die für das Unentschieden benötigten 4 Mannschaftspunkte auf das Konto des KSV. Der Jubel und die Freude zeigte daraufhin bei Sportlern, Betreuern und Zuschauern keine Grenzen mehr. Was für ein Kampfabend. Gegen ein Spitzenteam nach der Pause so zurück zu kommen, das war einfach klasse. Die Verantwortlichen des KSV sowie der Gästestaffel waren sich wohl einig. Das war ein echter Spitzenkampf mit einem am Ende gerechten Ergebnis.

R.S.